Modulangebote zum BEP

Die BEP-Modulfortbildungen richten sich an alle Tandems und Teams bzw. Kollegien aus Kindertageseinrichtungen und Grundschulen sowie Kindertagespflegepersonen und weitere pädagogische Fachkräfte sowie Akteure in den verschiedenen Bildungsorten.

BEP-Modulfortbildungen – ein individuelles und bedarfsgenaues Angebot für die Praxis

Seit der Einführung des Bildungs- und Erziehungsplans für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen (BEP) nehmen die Modulfortbildungen für die Praxis eine zentrale Rolle bei der nachhaltigen Implementierung des BEP ein. Ziel der Fortbildungen ist es, die verschiedenen Bildungsorte umfassend mit den Inhalten des Plans vertraut zu machen, pädagogische Fach- und Lehrkräfte, sowie Tagespflegepersonen in ihrer Professionalität zu stärken und bedarfsgenau, individuell und prozessorientiert bei der Umsetzung des BEP vor Ort zu begleiten. Die Teilnahme an den Fortbildungen ist kostenfrei.

Kontinuierlichen Qualitätsentwicklungsprozess der Fortbildungen

Die Fortbildungen unterliegen einem kontinuierlichen Evaluations- und (Weiter-) Entwicklungsprozess, um die Qualität der Fortbildungen sicherzustellen. So können die sich stetig ändernden Bedarfe der Praxis aufgegriffen und bedient werden sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse in die Fortbildungskonzepte integriert werden. Mit dem letzten umfassenden Überarbeitungsprozess der Fortbildungskonzepte 2019/2020 entstanden 13 prozessorientierte Fortbildungsmodule zu verschiedenen Themen. Ein fester Bestandteil der Module ist es, die aktuellen Situationen und Anliegen der Einrichtungen, Tandems und Tagespflegepersonen in den Blick zu nehmen und diese entlang der individuellen Gegebenheiten, Wünsche und Bedürfnisse vor Ort beim Prozess der Implementierung des BEP im Alltag zu begleiten und unterstützen.

Mit BEP-Modulfortbildungen Herausforderungen meistern

Mit den neuen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie wurden die Fortbildungskonzepte sowohl inhaltlich, als auch didaktisch ein weiteres Mal überarbeitet, so dass diese auch als Online Fortbildungen durchgeführt werden können. So unterstützen und stärken die BEP-Modulfortbildungen im Online-Format die Praxis auch in turbulenten und herausfordernden Zeiten bei aktuellen Fragen und Anliegen.

Den BEP umzusetzen bedeutet, Handlungsspielräume zu entdecken

Den BEP umzusetzen bedeutet, Handlungsspielräume zu entdecken und sie zu nutzen, sich selbst, den Kindern und den Eltern positiv zu begegnen, Kinder für das Leben zu stärken und den Zauber des Lernens im Alltag zu begreifen. Durch die Pandemie wurde einmal mehr deutlich, welch großen Stellenwert die Bildungsorte im Leben der Kinder einnehmen. Der gemeinsame Einsatz für anschlussfähige Bildung hat daher gerade jetzt an Bedeutung gewonnen. Die BEP-Modulfortbildungen verfolgen kein starres Konzept, sondern stellen die pädagogische Praxis vor Ort in den Mittelpunkt. Die Fortbildungen werden passgenau auf die individuellen Bedarfe zugeschnitten und reagieren flexibel auf die Anliegen der Teams, Kollegien, Tandems und Tagespflegepersonen.

Rahmen

Alle 13 Modulfortbildungen sind team- bzw. tandemorientierte Fortbildungen.  Die teilnehmenden Teams, Tandems oder Gruppen von Tagespflegpersonen bekommen nicht nur Anstöße für die Weiterentwicklung ihrer Arbeit, sondern auch Zeit, Veränderungsprozesse gemeinsam mit der BEP-Multiplikatorin oder dem BEP-Multiplikator zu planen, umzusetzen, zu reflektieren und ggf. zu justieren.

Die BEP-Modulfortbildungen richten sich an alle Tandems und Teams bzw. Kollegien aus
Kindertageseinrichtungen und Grundschulen sowie Kindertagespflegepersonen und weitere
pädagogische Fachkräfte sowie Akteure in den verschiedenen Bildungsorten. Ganz im Sinne der bildungsortübergreifenden Philosophie des BEP ist auch bei der Durchführung der Modulfortbildung als teamorientierte Inhouse-Veranstaltung die Bildung eines Tandems mit einem weiteren Bildungsort ein wichtiges Ziel.
Alle Module können mit einem Umfang von mindestens 3 Tagen und höchstens 5 Tagen gebucht werden. Zwischen den einzelnen Fortbildungstagen sollte immer eine mindestens 6-wöchige Praxisphase liegen. Die Fortbildungstage können auch auf halbtägige Einheiten aufgeteilt werden. Die Dauer der gesamten Fortbildung umfasst dabei höchstens ein Jahr bei einer dreitägigen Fortbildung und bis zu höchstens 1,5 Jahren bei einer Fortbildung bestehend aus 4 oder 5 Tagen. Alle BEP-Modulfortbildungen werden von den Teilnehmenden nach jedem Fortbildungstag im Rahmen einer Online-Evaluation evaluiert.
 

Die BEP-Modulfortbildungen zählen als Nachweis für den Erhalt der BEP-Qualitätspauschale
gemäß § 32 Abs. 3 HKJGB, wenn sie mindestens drei Tagen umfassen.

Die BEP Module

Hier finden Sie ausführliche Beschreibungen über die Ziele und Inhalte sowie die jeweiligen Ansprechpartner zu allen 13 BEP-Modul-Fortbildungen.

Das Kind im Mittelpunkt – Gemeinsam Wege bereiten: Kooperation und Vernetzung, Qualifizierte Schulvorbereitung (QSV), Übergänge und Mikrotransitionen

„Nur gemeinsam sind wir stark!“ -Übergänge in Kooperation gestalten

Aktuelle Entwicklungen oder Ereignisse greifen immer wieder in den pädagogischen Alltag ein und stellen die Praxis vor neue Herausforderungen. Häufig wird dabei deutlich, welch großen Stellenwert die Bildungsorte im Leben der Kinder einnehmen. Die Kooperation zwischen den Bildungsorten und der gemeinsame Einsatz für anschlussfähige Bildung hat insbesondere durch aktuelle Ereignisse, wie die Pandemie, an Bedeutung gewonnen. Die Kooperation in BEP-Tandems und die Gestaltung der Übergänge in den jeweiligen Bildungsorten tragen entscheidend dazu bei, die Kinder in den Übergängen und Mikrotransitionen im Sinne des BEP zu begleiten und so die Kompetenzen der Kinder für einen resilienten Umgang mit künftigen Veränderungsprozessen zu stärken. Gerade in Zeiten, die neue Konzepte der Zusammenarbeit erfordern, möchten wir mit der Philosophie und der Haltung des BEP neue Brücken bauen und mit Ihnen gemeinsam neue Wege entdecken, Übergänge und Kooperationen zu gestalten.

Ziele und Inhalte der BEP-Modulfortbildung

  • Die eigene pädagogische Haltung im Sinne des BEP reflektieren.
  • Bildung im Kindesalter als sozialen Prozess begreifen, an dem sich Kinder und Erwachsene aktiv beteiligen.
  • Ko-konstruktiv eine gemeinsame Sprache entwickeln und voneinander lernen.
  • Die Bedürfnisse und Anforderungen des Kindes und der Eltern in den Übergängen wahrnehmen.
  • Die Kooperation im Tandem im Sinne des BEP gestalten und weiterentwickeln.
  • Die Erweiterung der Vernetzung in den Sozialraum gestalten.
  • Die ko-konstruktive Kooperation mit Familien und anderen Bildungsorten gemeinsam weiterentwickeln bzw. vertiefen.

Besonderheiten in diesem Modul

Das Modul 1 kann wie alle Module durch einzelne Teams bzw. Kollegien als Inhouse-Fortbildung oder als Tandem gebucht werden. Ziel ist die Zusammenarbeit mit anderen Bildungsorten zu intensivieren oder neu aufzubauen. Besonders geeignet ist das Modul daher für bestehende und neu gebildete BEP-Tandems und Schulkollegien, Kitateams, Kindertagespflegepersonen sowie weitere Teilnehmende aus allen Bildungs- und Lernorten einschließlich Eltern. Das Modul 1 beinhaltet eine Reihe von Themen, die ineinandergreifen. Jedes für sich kann jedoch auch eine gesamte Modulfortbildung füllen.

Daher ist es besonders wichtig, innerhalb der Auftragsklärung einen gewünschten Schwerpunkt zu ermitteln und zu vereinbaren, an dem sich die anderen Themen angliedern können.

Möglich sind beispielsweise folgende Themen:

  • Austausch über die Grundprinzipien des BEP und die eigene Haltung reflektieren
  • Übergänge und Mikrotransitionen mit den Kindern gestalten
  • Ressourcenorientierte ko-konstruktive Kooperation und Vernetzung im Sozialraum gestalten
  • Kreative Gestaltungsspielräume für Übergänge und Kooperationen in herausfordernden Zeiten entdecken und entwickeln
  • Projektmanagement und Evaluation im Tandem
  • Vereinbarungen zur Zusammenarbeit im Tandem treffen

Modul 2: Der Schlüssel zur Welt: Sprache – sprachliche Bildung und Förderung, Kreativität, Musik, Kunst und Film

Sprachliche Bildung ist ein Schlüsselprozess im pädagogischen Alltag, der in allen Situationen und Interaktionen und für alle Kinder in allen Bildungsbereichen wichtig ist. Bildungssprachliche Kompetenzen sind für Kinder die wesentliche Voraussetzung zum Lernen und für den Schulerfolg. Sprachliche Bildung hat somit eine herausragende Bedeutung bei der Verbesserung der Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Pädagogische Fach- und Lehrkräfte, Kindertagespflegepersonen und alle an Bildung Beteiligten erwerben in diesem Modul Wissen und Kompetenzen, die es ihnen ermöglichen, sprachliche Bildung als durchgängiges Prinzip im pädagogischen Alltag zu verstehen, in der eigenen Praxis zu verankern und die kindliche Sprach- und Literacyentwicklung auf vielfältige Weise zu unterstützen.

In diesem Modul liegt der Fokus auf alltagsintegrierter sprachlicher Bildung mit dem Ziel der Förderung der sprachlichen Kompetenzen, so dass die Bildungssprache Deutsch aufbauend entwickelt werden kann. Die Stärkung der Bildungssprache Deutsch ist dabei grundlegende Voraussetzung für gelingende Bildungsprozesse.

Kinder verfügen über zahlreiche Möglichkeiten sich mitzuteilen und auszudrücken, Beziehungen herzustellen und sich die Welt zu erschließen – diese Potenziale zu erkennen ist ein zentraler Schlüssel für eine alltagsorientierte, zielgerichtete Bildungsarbeit und für eine sprachsensible Unterrichtsgestaltung.

Sprachbeobachtung eröffnet der Fachkraft, Lehrkraft und allen an der Bildung Beteiligten bedeutsame Einblicke in die Lernprozesse des Kindes, die es aktiv gestaltet und in der sozialen Interaktion entfaltet. In diesem Sinne ermöglicht es die Beobachtung der nonverbalen und verbalen Äußerungen sowie der Interessen des Kindes im Sinne der Ko-Konstruktion (BEP S.21) entwicklungsangemessen zu begleiten. Die Dokumentation der Ergebnisse bildet eine wichtige Grundlage für eine ko-konstruktiv gelebte Erziehungspartnerschaft an den Bildungsorten Krippe und Kindertagespflege, Kindertageseinrichtung, Schule und Hort sowie im Pakt für den Nachmittag.

Alltagsintegrierte sprachliche Bildung ist daher die Basis für einen inklusiven, dialogischen und ko-konstruktiven Ansatz, der sich in einer Kultur der Beteiligung und Mitwirkung von Kindern und Eltern in allen Bildungseinrichtungen wiederfindet (vgl. Konzept des Landes Hessen1). Die Verbindung von sprachlichen mit musischen-künstlerischen und ästhetischen Bildungsprozessen sowie mit digitalen Medien stärkt Kinder in ihren sprachlichen Kompetenzen und erleichtert ihnen den Zugang zur deutschen Sprache und die Teilhabe an ko-konstruktiven Bildungsprozessen.

Die Stärkung und die Förderung von bildungssprachlichen Kompetenzen im Elementar- und Primarbereich ermöglichen Bildungsprozesse und bilden eine Grundlage für den schulischen Erfolg aller Kinder. Ihre Ausbildung bedarf daher der intensiven Fokussierung, Begleitung und Förderung.

Mehrsprachigkeit wird für die sprachliche Bildung und Sprachförderung als Ressource verstanden. Entsprechende Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler werden anerkannt und angemessen genutzt. Die Herkunftssprache(n) als erste Sprache(n) des Kindes sind für die sozial-emotionale und kognitive Entwicklung des Kindes elementar. Individuelle mehrsprachige Erfahrungen und Sprachkompetenzen können im Kontext der sprachlichen Bildung und Sprachförderung vielseitig aufgegriffen werden. Sie bilden wichtige Ansatzpunkte für Maßnahmen zur Deutschförderung in Sprachfördergruppen, in Vorlaufkursen und in Intensivklassen.

Kreativität ist ein besonderer Schlüssel zur Welt: Ästhetische Bildungsprozesse ermöglichen Kindern in ko-konstruktiver Weise neue und phantasievolle Lösungswege für Fragen und Interessen einzuschlagen und ihre Fähigkeit zum Lernen zu erweitern. Die Förderung der Kreativität als Fähigkeit, neue Zusammenhänge zu erschließen, Bestehendes zu verändern und über gegebene Grenzen hinweg zu denken und zu handeln, ist nicht nur ein Ziel für Kinder, sie bietet auch vielfältige Möglichkeiten für pädagogische Fach- und Lehrkräfte, für Tagespflegepersonen und allen an Bildung Beteiligten. Das Modul ermöglicht Erfahrungen mit Techniken zur Kreativitätsförderung und ästhetischen Bildungsprozessen im Kontext der eigenen pädagogischen Praxis.

Musik und Tanz, Kunst und kreatives Gestalten, Film und Kulturelle Bildung sind eigenständige Themenschwerpunkte innerhalb des Moduls. Diese kreativen Ressourcen für Bildungsprozesse von Kindern können an allen Bildungsorten die Kompetenzen und Ausdrucksmöglichkeiten des Kindes stärken. Sie eröffnen vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Herstellung von Konsistenz im Bildungsverlauf der Kinder.

Besonderheiten in diesem Modul

In der Modulfortbildung können individuelle Schwerpunkte zu folgenden Themen gesetzt werden:

  • Alltagsintegrierte sprachliche Bildung im Sinne der BEP Prinzipien
  • Besondere Bedeutung der Förderung und Stärkung des aktiven Wortschatzes
  • Alltagssprache und Bildungssprache
  • Beobachtung und Bedeutung von Beobachtung für den pädagogischen Alltag
  • Förderdiagnostische Methoden / Instrumente
  • Entwicklungspsychologische Grundlagen / individueller Spracherwerb
  • Spracherwerb und Sprachentwicklung
  • Interaktionsqualität als Grundlage sprachlicher Bildung
  • Sprachauffälligkeiten
  • Literacy und Schriftsprachlichkeit
  • Kindern mit Fluchthintergrund – Zugang zum Lernen – Sprache und Kreativität eröffnen
  • Vorstellung des schulischen Gesamtsprachförderkonzepts des Hessischen Kultusministeriums, insbesondere der Vorlaufkurs
  • Kreativität als Ressource kindlicher Bildungsprozesse
  • Musik und Tanz
  • Kunst und kreatives Gestalten
  • Kreative Auseinandersetzung mit Film als Kunst

Inhalte der BEP-Modulfortbildung

Die BEP-Modulfortbildung richtet sich an Tandems sowie an einzelne Bildungsorte, einschließlich der Kindertagespflege. Ziel des Moduls ist es, die (multiprofessionellen) Teams aller Bildungsorte und Tandems auf dem Weg zu einer inklusiven Pädagogik zu begleiten und auf diesem Weg zielgerichtet zu unterstützen. Inklusive Pädagogik setzt dabei das Prinzip der Wertschätzung und Anerkennung von Diversität (Vielfalt) voraus. Innerhalb der Fortbildung werden alle Dimensionen der Vielfalt aufgegriffen: Alter, Geschlecht, kultureller und sozioökonomischer Hintergrund sowie die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder.

Ein ressourcenorientierter und wertschätzender Umgang mit Vielfalt und das Erkennen von Vorurteilen, Ausgrenzung und Stigmatisierung ist ein wichtiger Grundstein für eine inklusive Pädagogik. Die Teilnehmenden reflektieren innerhalb der Fortbildung ihre eigene Haltung und Wahrnehmung und entwickeln sie im Sinne einer inklusiven Pädagogik gemäß der Philosophie des Bildungs- und Erziehungsplans für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen (BEP) weiter. 

Ziele des Moduls:

  • Begriffsklärung und Verortung des Themas im Bildungs- und Erziehungsplan
  • Vielfalt als Chance – Vielfalt leben
  • Umgang mit Vielfalt im pädagogischen Alltag (u.a. Methoden, Prozessgestaltung, Ressourcenorientierung) – Auseinandersetzung mit der vorurteilsbewussten Pädagogik
  • Bildungsprozesse individuell gestalten
  • Übergänge gestalten – Netzwerkarbeit anstoßen
  • Auseinandersetzung mit und Entwicklung von möglichen Konzepten einer inklusiv arbeitenden Schule, Kindertagesstätte, Kindertagespflege oder eines inklusiv arbeitenden Tandems

Die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern gestalten – Bildungschancen von Kindern stärken

 

Für Kinder ist es von zentraler Bedeutung, dass sich die Erwachsenen, die sie betreuen, verständigen und in ihrem Sinne gut zusammenarbeiten. Die Teilnehmenden steigen in einen spannenden Prozess ein, in dessen Verlauf sie sich gemeinsam mit Eltern über die Ziele und die Art ihrer Zusammenarbeit im Sinne des BEP verständigen und diese schrittweise umsetzen. In diesem Prozess werden die Teilnehmenden bei der BEP-Fortbildung fachlich unterstützt.

Ziele und Inhalte der BEP-Modulfortbildung

Im Mittelpunkt steht das Kind. Fach- und Lehrkräfte sowie Kindertagespflegepersonen gestalten die ko-konstruktive Zusammenarbeit mit Eltern partnerschaftlich und auf Augenhöhe. Eltern fühlen sich in ihrer Individualität (Familienstruktur, Kultur, Religion, Besonderheit ihrer familiären Situation) angenommen.
Die Ausgangssituation von Familien sind vielfältig, daher braucht es verschiedene Kooperationsmodelle und Ansätze. Eltern erleben so in den Bildungsorten Transparenz, Unterstützung und die Möglichkeit zur Mitwirkung.

Je nach Bedarf kann in der Modulfortbildung an verschiedenen Themen gearbeitet werden, zum Beispiel an

  • der Gestaltung der Aufnahme- und Eingewöhnungszeit,
  • der Gestaltung von Elternabenden,
  • der Entwicklung von Bildungsangeboten,
  • dem Thema Übergänge
  • der Entwicklung einer Kultur der Aufnahme-, Entwicklungs- und Beratungsgespräche im Sinne des BEP
  • dem Umgang mit Anregungen und Beschwerden,
  • gemeinsamen Projekten und Angeboten für Eltern.

Aktuelle Anliegen und herausfordernde Situationen der Kindertageseinrichtung, der Kindertagespflege, der Grundschule, des BEP-Tandems können aufgenommen werden.
Ein ko-konstruktiver Dialog auf Augenhöhe mit den Teilnehmenden wird angestrebt.

Beobachten und Dokumentieren - einen ressourcenorientierten Blick entwickeln und Ziele für die pädagogische Arbeit gewinnen

 

Beobachten und Dokumentieren sind Schlüsselprozesse bei der Umsetzung des BEP. In diesem Modul geht es darum, einen ganzheitlichen und ressourcenorientierten Blick auf die individuellen Stärken und Entwicklungspotentiale jedes Kindes zu entwickeln, um hier gezielte pädagogische Impulse setzen zu können und dies als Chance für die pädagogische Arbeit zu nutzen.

Ziele und Inhalte der BEP-Modulfortbildung

Tagespflegepersonen, Fachkräfte im Elementarbereich, Lehrkräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pakt für den Nachmittag erwerben Wissen und Kompetenzen, um kindliche Lernprozesse und Entwicklung im Sinne des BEP zu beobachten, zu dokumentieren, daraus Schlüsse für die pädagogische Arbeit zu ziehen und diese gemeinsam umzusetzen. Dabei wird der Fokus sowohl auf die jeweils individuelle Entwicklungsgeschichte des einzelnen Kindes als auch auf die Entwicklung des Gesamtkonzepts der jeweiligen Einrichtung oder Schule gelegt. Unterschiede werden in ihrer Diversität thematisiert und können zum Ausgangspunkt für dialogisches Lernen werden. Das schließt das Thema Flucht und Migration mit ein. Dazu werden unterschiedliche Verfahren und die eigene Praxis reflektiert und eigene Handlungsmöglichkeiten erweitert - auch im Tandem. Die Vielfalt der Akteurinnen und Akteure mit ihrem jeweiligen sozialen und kulturellen Hintergrund trägt zum Ausgangspunkt für dialogisches Lernen bei.
Die Auseinandersetzung mit vorhandenen Kindheitskonzepten in den Einrichtungen und Kindertagespflegestellen sowie der Grundschule unterstützt diese Entwicklung. Eine besondere Rolle spielt eine wertschätzende und ressourcenorientierte Haltung in der Beobachtung.
Es werden bei allen Themen Bezüge zu den Grundsätzen und Prinzipien des BEP hergestellt.

  • Beobachtungsverfahren und ihre Funktionen sowie Systematik und deren pädagogische Einordnung kennenlernen. Überblick über:
    • Offene Verfahren wie Portfolioarbeit, Bildungs- und Lerngeschichten
    • Strukturierte Verfahren wie z.B. KOMPIK, Beller, Entwicklungsschnecke
    • Screeningverfahren, wie KiSS
  • Lehr-/Lernprozessmodell, Pädagnostik
  • Formen der Dokumentation kennenlernen und zielgerichtet einsetzen können
  • Möglichkeiten Beobachtungsverfahren unter Berücksichtigung verschiedener Konzepte umzusetzen
  • Beobachtungsergebnisse anwenden in der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft von Kindertagespflege, Krippe, Kindertageseinrichtung, Schule und Betreuung (Beobachtung, was dann…?)

Wie sich das Gehirn die Welt erschließt - Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zur Gestaltung von Lernprozessen nutzen

 

Das Forschungsfeld Neurowissenschaften hat zentrale Erkenntnisse zum Lernen von Kindern beigetragen und es liefert viele praktische Anregungen für die Gestaltung von Lernprozessen mit Kindern von 0 bis 10 Jahren. Die Teilnehmenden lernen neurowissenschaftliches Wissen für die Gestaltung von Lernprozessen im Sinne des Bildungs- und Erziehungsplanes für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen (BEP) kennen und werden bei der Umsetzung fachlich begleitet und unterstützt.

Ziele und Inhalte der BEP-Modulfortbildung

Pädagogische Fach- und Lehrkräfte, Tagespflegepersonen und alle weiteren Akteure in den Bildungsorten verstehen die kindlichen Lernprozesse vor dem Hintergrund neurowissenschaftlicher Erkenntnisse.
Die Neurowissenschaften ermöglichen den Teilnehmenden einen ganzheitlichen Blick auf das kindliche Lernen und ein Verständnis für die frühen Bildungsprozesse auf der Basis der Strukturbildung der Hirnfunktionen. In der Fortbildung wird Lernen vom Kind aus betrachtet:

Was braucht das Kind, um sich seine Welt zu erschließen, um im Alltag seine Kompetenzen einbringen zu können? Wie müssen Lernprozesse gestaltet sein, damit Kinder gute Bedingungen dabei haben?
Auf dieser Basis wird der ganzheitliche und wertschätzende Blick auf das Kind im Sinne des BEP gestärkt. Bereits vorhandenes Wissen über kindliches Lernen wird neurowissenschaftlich untermauert und mit neuem Wissen verknüpft, sodass die Erkenntnisse für ein vertiefendes und erweitertes Verständnis von Lernprozessen genutzt werden können. Die Teilnehmenden lernen die Grundlagen zur Anatomie und Entwicklung des Gehirns sowie deren Bedeutung für die Lernprozesse kennen. Sie erfahren wichtige Zusammenhänge von Emotionen und Lernen und die Bedeutung exekutiver Funktionen für die gesamte Bildungsbiografie werden thematisiert.

Nach jeder theoretischen Arbeitsphase werden diese Erkenntnisse auf ihre Übertragbarkeit vor dem Hintergrund des BEP in den pädagogischen Alltag des jeweiligen Praxisortes hin überprüft. Spielerische Übungen für die eigene Praxis dienen der Vertiefung und erleichtern den Transfer. Zudem werden Grundlagen für die Entwicklung einer Bildungspartnerschaft mit Eltern in diesem Bereich erarbeitet.

Besonderheiten in diesem Modul

Zeitliche Konzeption:

Tag 1

  • Grundlagen zur Anatomie und Entwicklung des Gehirns – Bedeutung für die Lernprozesse
  • Motivation, Emotionen und Lernen
  • BEP und Neurowissenschaften – wie gehört das zusammen?

Tag 2

  • Exekutive Funktionen (Arbeitsgedächtnis, Impulskontrolle, kognitive Flexibilität) und deren Bedeutung für das Lernen
  • Förderung exekutiver Funktionen
  • Themen in Prozesse verwandeln: Vertiefende Auseinandersetzung zu konkreten Umsetzungsmöglichkeiten

Tag 3 bis 5

  • Reflexion der formulierten Ziele
  • Vertiefende Beschäftigung mit Wahlbausteinen

Wahlbausteine sind:

Selbstregulation U3, Bindung und Beziehung, hirngesunde Ernährung, Trauma, Medien, lernförderliche Raumgestaltung, (kultursensible) Wahrnehmung, BEP-orientierter Umgang mit herausforderndem Verhalten, neurowissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Schlafen, Rolle der Spiegelneuronen und die Bedeutung von Vorbildern in pädagogischen Settings.

„Die wunderbare Welt des Entdeckens“: Lernmethodische Kompetenzen, MINT, digitale Medien und Medienkompetenz

 

Kinder lieben es, zu forschen und zu entdecken. Dabei können sie nicht nur Wissen aufbauen, sondern auch ihre eigenen Lernwege entdecken und bewusst steuern. Auch mit Medien erkunden Kinder ihre Welt, sie wollen erforschen, was sie in ihrem Umfeld hören, sehen und entdecken und sie erfinden auch mit neuen Medien Geschichten darüber, wie sie die Welt sehen und was ihnen wichtig ist. Digitale Medien bieten die Chance zur Teilhabe für alle Kinder.

Das Modul bietet eine spannende Kombination aus fachlichen Grundlagen zu lernmethodischen Kompetenzen, zu fachlichen Hintergründen zum Forschen und zum Medienalltag von Kindern sowie aus aktiven Forschungs- und Erprobungsphasen im Sinne des BEP und trägt zur Förderung basaler Kompetenzen bei.

Ziele und Inhalte der BEP-Modulfortbildung

Die Menge des Wissens wächst ständig. Kinder und Eltern, Erwachsene sind aufgrund der rasanten Entwicklung und der Vielfalt der Medienangebote herausgefordert, dass für ihre Identitätsentwicklung und Orientierung in der Welt Bedeutsame und Förderliche zu nutzen.

Für Kinder ist es besonders wichtig, sich des eigenen Lernens bewusst zu werden und dieses gezielt zu steuern. Daher sollten Bildungsprozesse mit Kindern so gestaltet werden, dass diese sich ihrer lernmethodischen Kompetenz bewusst werden. Im Rahmen der Fortbildung nutzen die Teilnehmenden verschiedene Medien für die Auseinandersetzung mit sich selbst und der Welt sowie für die Dokumentation der Lernprozesse und erleben, wie Kinder damit ihre Lernprozesse reflektieren können.

Schwerpunkt „Lernmethodische Kompetenzen an Beispielen aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik“

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik bieten für die unterschiedlichen Bildungsorte praxisnahe Erfahrungsfelder, die in einem gemeinsamen Prozess entdeckt, vertieft und mit allen Sinnen bearbeitet werden können. Durch gemeinsames Erkunden und Gestalten entwickeln die Kinder gemeinsam mit den Fachkräften ein Grundverständnis zu den einzelnen Themenbereichen.  Über kindorientierte Fragestellungen werden Strukturen entdeckt, logisches Denken angeregt, systematisches Vorgehen erprobt. gemeinsam Lösungen für Probleme gefunden und basale Kompetenzen gefördert.

Die Teilnehmenden lernen eine Vielzahl praktischer Ideen kennen und überprüfen, wie die Themen in den verschiedenen Entwicklungsstufen und Bildungssorten umgesetzt werden können. Des Weiteren erproben sie naturwissenschaftliche Methoden und erleben das Potential des freien Forschens. Beim entdeckenden Forschen, können Kinder – unabhängig von ihren sprachlichen Fähigkeiten – Selbstwirksamkeit erfahren. Dieser Ansatz kann auch für die Arbeit mit Kindern mit Fluchthintergrund hilfreich sein.

Schwerpunkt „Lernmethodische Kompetenzen und digitale Medien, Medienbildung/ Medienerziehung“

Medienbildung unterstützt Kinder und Familien darin, die unterschiedlichsten Medien, die in unserer Kultur zur Verfügung stehen selbst zum Ausdruck und zur Gestaltung der eigenen subjektiven Themen, Wünsche und Interessen aktiv zu nutzen. Ausgangspunkt für das Verständnis der neuen Technologien sind die körpernahen Medien wie Bewegung, Tanz, Theater, Hörspielarbeit und Fotografie/Videoarbeit. Der Umgang mit Daten und Informationen und das Kennenlernen der Funktionsweisen der digitalen Geräte führt zu einem vertieften Verständnis und zu einer „digitalen Mündigkeit“.  Die Inhalte der Fortbildung zielen darauf ab, die Neugier und den Entdeckergeist der Kinder zu wecken und sie dabei zu ermutigen, ihre Umgebung genau zu betrachten.

Die Teilnehmenden lernen die Kinder bei dieser Auseinandersetzung zu begleiten und sie dadurch nicht nur auf eine digitale Zukunft vorzubereiten, sondern auch ihre Kompetenz zur kritischen Reflexion und zum verantwortungsvollen Umgang mit Technologien zu stärken. Gleichzeitig erproben sie medienpraktische und medienpädagogische Methoden und erleben das Potential kreativen Schaffens mit Medien.

Inhalte der Fortbildung

  • Bedeutung von Medienangeboten für die Identitätsentwicklung von Kindern schätzen lernen
  • Eigenes Erproben und anschließende Reflexion der Prinzipien „Ko-Konstruktion und lernmethodische Kompetenzen“ bei der Gestaltung eines Hörspiels/einer Foto-, Comic- oder Videogeschichte in Verbindung mit ästhetisch-künstlerischen Arbeitsprozessen
  • Vielfalt der Medienbildung zur Stärkung und Entwicklung medienkompetenter Kinder entwickeln anhand weiterer Praxisbeispiele aus unterschiedlichen medienpädagogischen Projekten als Ermutigung zum Handeln

Besonderheiten in diesem Modul

Wahlmöglichkeit zwischen „Forschen und Experimentieren mit Kindern an Beispielen aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik“ und „Medienbildung – Medienerziehung“

Für dieses Modul klären Sie die Teilnehmenden mit der Multiplikatorin/dem Multiplikator vor Buchung des Moduls, ob das Team/das BEP- Tandem sich schwerpunktmäßig mit dem Schwerpunkt „Forschen und Experimentieren mit Kindern am Beispielen aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik“ oder mit dem Schwerpunkt „ Medienbildung – Medienerziehung" beschäftigen wollen.

BEP to the Future – Bildung für nachhaltige Entwicklung auf der Grundlage des Bildungs- und Erziehungsplans für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen (BEP)

 

„Die beste Art die Zukunft voraus zu sagen, ist, sie zu gestalten.“ Abraham Lincoln

Ziele und Inhalte der BEP-Modulfortbildung

Woher kommt unser Frühstück?

Wie leben Kinder hier und in anderen Teilen der Erde?

Ist gesundes Essen auch nachhaltig?

Können Kinder über Natur philosophieren?

Wie können Kinder ihre Möglichkeiten entdecken, ihre Umwelt mitzugestalten?

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auf der Grundlage des BEP möchte Menschen in die Lage versetzen, nachhaltig zu denken und zu handeln. Anhand von alltäglichen Themen, wie z.B. Essen, Spielzeug, Garten oder Vielfalt der Kulturen in den unterschiedlichen Bildungsorten gilt es, herauszufinden, welche Auswirkungen unser Handeln auf die Natur, die künftigen Generationen oder das Leben in anderen Regionen der Erde hat. Die Demokratie- und Wertebildung befähigen Kinder und Erwachsene Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Dabei sind die damit verbundenen Werte, die Demokratiebildung und die Stärkung der Solidarität als Fundament der Gesellschaft zentrale Aspekte. Kinder und Erwachsene sollen motiviert werden, sich für die Gestaltung einer gerechten und zukunftsfähigen Lebensweise zu engagieren.

Kindertagespflegepersonen, pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte erwerben Grundlagen und praktisches Wissen zum Konzept BNE auf Basis des BEP:

  • Sie setzen sich mit den Grundlagen und Prinzipien, den Bildungs- und Erziehungszielen und der Bildungsorganisation des BEP auseinander.
  • Sie reflektieren ihre eigene Haltung und Motivation sich im beruflichen Kontext für BNE zu engagieren
  • Sie erarbeiten, welche Werthaltungen und Orientierung sie selbst den Kindern in der komplexen, sich wandelnden, vielfältigen Welt geben und sie so befähigen, sich für eine nachhaltige Lebensweise zu engagieren.
  • Sie setzen sich mit Prinzipien und Schlüsselthemen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung auseinander und erkennen Anknüpfungspunkte für die jeweiligen Bildungsorte: Wie kann BNE im Sinne des BEP praxisorientiert umgesetzt werden? Welche Strukturen existieren bereits und welche müssen dafür geschaffen werden?
  • Sie entwickeln, welche Basiskompetenzen für eine zukunftsfähige Lebensgestaltung notwendig sind.
  • Sie setzen sich mit vielfalts- und kultursensibler Pädagogik auseinander, reflektieren ihre eigene kulturelle Sozialisation und Vorurteile. Sie erkennen Vielfalt und Verschiedenheit als Chance, um gemeinsam im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung und der Philosophie des BEP zu handeln.
  • Sie verstehen BNE als eine Querschnittsaufgabe.

Besonderheiten in diesem Modul Grundlagen und beispielhafte Vertiefungsthemen

Erster Modulfortbildungstag: (1 Tag)

Einführung:

  • BNE auf der Grundlage des BEP
  • Anknüpfen an die Themen der Bildungsorte/des BEP-Tandems
  • Inhalte und Methoden, um BNE mit Kindern praxisnah und lustvoll zu gestalten

Erprobungs-/Praxisphase

Vertiefungstage (1-3 Tage)

  • Mögliche Themen für die Vertiefungstage:
    • Nachhaltige Ernährung- gesund und klimafreundlich
    • Natur als Lebensgrundlage erleben und verstehen
    • Soziokulturelle Vielfalt – Unterschiede in der Welt als Bereicherung erkennen und erleben
  • Erfassen des Ist-Standes: Was haben wir ausprobiert/umgesetzt?
  • Reflexion des Prozesses in den Bildungsorten/im BEP-Tandem

Erprobungs- / Praxisphase

Follow Up Tag (1 Tag)

  • Erfassen des Ist-Standes:
    • Was haben wir ausprobiert / umgesetzt? Was ist neu entstanden?
  • Reflexion des Prozesses in den Bildungsorten/im BEP-Tandem
  • Perspektiven entwickeln zur Verankerung von BNE in den unterschiedlichen Bildungsorten auf der Grundlage des BEP

„Stark im Alltag, stark für das Leben“ – Resilienz, Bewegung und Gesundheit

 

Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens. Die Gesundheit hat einen großen Einfluss auf gelingende Bildungsprozesse und ist gleichzeitig ein Bildungsziel. Im pädagogischen Alltag bieten sich zahlreiche Gelegenheiten, die Gesundheit von Erwachsenen und Kindern zu stärken. Auf Basis von Achtsamkeit und Selbstfürsorge werden die Kinder für den Alltag, das Leben und die Zukunft gestärkt.

Ziele und Inhalte der BEP-Modulfortbildung

Diese Fortbildung unterstützt die Teilnehmenden dabei, einen ganzheitlichen Blick zu entwickeln, um die Gesundheit von Kindern, Eltern und Teams, Lehrkräften, Kindertagespflegepersonen, allen an Bildung Beteiligten, auf der Basis des Bildungs- und Erziehungsplans für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen (BEP) zu fördern.
In diesem Modul werden Wege erarbeitet, wie gesundes Verhalten gelebt und gesundheits-fördernde Verhältnisse in Kindertageseinrichtung, Schule, Betreuung und Kindertagespflege etabliert werden können. Dabei sind Selbstfürsorge und Selbstachtsamkeit wichtige Elemente um „Stark für den Alltag“ und „Stark für das Leben“ zu werden.

Ziel der Fortbildung ist das eigene Wissen und die eigene Haltung zum Thema zu reflektieren und auf der Grundlage des BEP weiter zu entwickeln. Die inhaltliche Gestaltung richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen, unter dem Aspekt der Gesundheitsförderung, und fokussiert die drei Zielgruppen: die Kinder, die Eltern und die Fachkräfte/Lehrkräfte/Kindertagespflegepersonen/ alle an Bildung Beteiligten.

Das eigene Interesse am Thema „Starke Kinder“, eigene Erfahrungen zum Thema Gesundheit und Freude an Bewegungsaktivitäten sind der Ausgangspunkt für dieses Modul. Es geht um das Erkennen von Präferenzen und Ressourcen unter Berücksichtigung der individuellen Rahmenbedingungen.

Dabei können folgende Themenbereiche vertieft werden:

  • Gesundheit (unter anderem Gesundheit im Team/am Arbeitsplatz; Selbstfürsorge und Selbstachtsamkeit; Ernährung; Körperpflege und Hygiene; Sexualität; Sicherheit und Schutz)
  • Resilienz (unter anderem Resilienzkonzepte; Ressourcen- und Kompetenzorientierung; Bindung und Beziehung; positives Selbstkonzept; Zusammenarbeit mit Eltern; Rolle und Haltung pädagogischer Fachkräfte, Lehrkräfte und Kindertagespflegepersonen sowie aller an Bildung Beteiligten)
  • Bewegung und Entspannung (unter anderem Bewegungsbedürfnisse, Körpergefühl und Körperbewusstsein; Motorik und Koordination bei Kindern; Soziale Beziehungen; Entspannung)

Die Inhalte sind verknüpft mit einem Kennenlernen von praktischen Aktivitäten und konkreten Umsetzungsmöglichkeiten für den (pädagogischen) Alltag der eigenen Einrichtung, der Kindertagespflegestelle, der Schule oder in der Zusammenarbeit im BEP-Tandem. Alle Ziele und Inhalte des Moduls basieren auf dem Bildungs- und Er-ziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen (BEP).

Besonderheiten in diesem Modul

Begonnen wird jede Modulfortbildung mit den Grundlagen der Gesundheitsförderung. Weitere inhaltliche Schwerpunkte in Bezug auf die oben genannten Themen, klären die Referierenden anhand der Bedarfslage der Teilnehmenden

„Schätze für das Leben heben“ – Interaktionsqualität auf dem Weg

 

Interaktionsqualität als Schlüssel für den pädagogischen Alltag

Die Teilnehmenden erfahren:

  • Wie sie mit ihrer Person und ihren Handlungen entscheidend für gelingende Bildungsprozesse von Kindern sind und sein können.
  • Wie sie durch eine kognitiv anregende Gesprächsführung die sprachlichen Kompetenzen der Kinder stärken können.
  • Wie sie unter Einbeziehung aktueller Studien und dem optionalen Einsatz von Videografie ihre Interaktionskompetenz auf der Grundlage des BEP erweitern können.

Ziele der BEP-Modulfortbildung

  • Weiterentwicklung der eigenen Interaktionsqualität in Sinne des BEP
  • Zusammenhang zwischen Interaktionsqualität und alltagsintegrierten Bildungsprozessen reflektieren und diese Erkenntnisse auf der Grundlage des BEP in die Praxis umsetzen
  • Kennenlernen unterschiedlicher Dokumentations- und Reflexionsformen (Einsatz von Videobeispielen und optional Videofeedback zu eigenen Videoaufnahmen)

Zur Unterstützung und zur Erprobung erhalten die Teilnehmenden einen Orientierungsleitfaden mit den Indikatoren von Interaktionsqualität (emotionale Unterstützung, Lernumgebung und Lernunterstützung).

Inhalte

  • Verständnis von Interaktionsqualität auf der Grundlage des BEP
  • Psychische Grundbedürfnisse (nach Deci & Ryan)
  • Indikatoren von gelingender Interaktion (nach Pianta et al.)
  • Interaktionsqualität in Standardsituationen erkennen und erweitern
  • Ressourcenorientierte Reflexion des eigenen Interaktionsverhaltens
  • Optional: Arbeit mit Videografie und Videofeedback

Die grundlegenden Themen der Fortbildung werden mit der jeweiligen Institution/Kindertageseinrichtung/ Kindertagespflegestelle/Schule beziehungsweise dem BEP-Tandem unter Berücksichtigung der aktuellen Interessen und Bedarfe abgestimmt.

Besonderheiten in diesem Modul

Mögliche Vertiefungsthemen können sein: Bildungsdialoge mit Eltern, Kinder mit Fluchterfahrung, Pakt für den Nachmittag, Umgang mit digitalen Medien, optional Arbeit mit Videografie und Videofeedback.

Vom Ich und Wir – die sozialen und emotionalen Kompetenzen der Kinder im pädagogischen Alltag stärken

 

Emotionale und soziale Kompetenzen spielen eine zentrale Rolle für die Entwicklung und das Wohlbefinden von Kindern. Im pädagogischen Alltag der Kindertagespflege, von Kindertageseinrichtungen, Schulen oder Nachmittagsbetreuung haben pädagogische Fach- und Lehrkräfte vielfache Möglichkeiten, Kinder in diesem Bereich zu stärken und bewirken damit gleichzeitig viele positive Veränderungen für die Kultur des Miteinanders und das emotionale Klima in den Bildungsorten.

Ziele und Inhalte der BEP-Modulfortbildung

In der Fortbildung wird daran gearbeitet, dass BEP-Tandems oder Teams von Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege sowie der Schule die emotionalen und sozialen Kompetenzen der Kinder im pädagogischen Alltag und in gezielten Interaktionen unterstützen und stärken können.

Im Mittelpunkt steht dabei, das eigene Verständnis der Entwicklung und Vielfalt von emotionalen und sozialen Kompetenzen im Kindesalter auf der Grundlage des BEP weiterzuentwickeln. Darauf aufbauend geht es darum, die Kinder bei wichtigen Entwicklungsschritten kompetent, feinfühlig und reflektiert zu begleiten. Mit den Teilnehmenden werden dazu hilfreiche Methoden für den ko-konstruktiven Kontakt im Dialog und in Gruppen erarbeitet.

Die Fach- und Lehrkräfte erhalten Anregungen, um ihre fachliche Haltung, ihren Umgang mit Emotionen und das eigene Agieren in pädagogischen Beziehungen auf Basis des BEP zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Die Fortbildung thematisiert, was zu einer positiven emotionalen Atmosphäre beitragen kann,

in der sich Kinder und Erwachsene wohl, wahrgenommen und aufgehoben fühlen. Die Teilnehmenden können konkrete Ideen zur weiteren Verbesserung des emotionalen Klimas an ihrem Bildungsort entwickeln.
Entwicklungspsychologische Grundlagen werden mit konkreten Beispielen aus der eigenen pädagogischen Praxis verbunden. Die Fortbildung kombiniert fachliche Impulse, die Auseinandersetzung mit methodischen Anregungen, Möglichkeiten zur Reflexion und die Entwicklung eigener neuer Handlungsmöglichkeiten. Jeder Fortbildungstag bietet Anregungen zum Transfer in die Praxis.

Insgesamt ist es das Ziel des Moduls, pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei zu unterstützen, das eigene Wissen und die eigene Haltung rund um das Thema „emotionale und soziale Kompetenzen“ zu reflektieren und weiter zu entwickeln und die Handlungsoptionen der Teilnehmenden, der Teams und BEP-Tandems zu erweitern.

 

Mit kleinen Füßen in die große Welt: Kinder unter drei Jahren

 

Die Fortbildung unterstützt pädagogische Fachkräfte und Tagespflegepersonen bei der Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsplans für Kinder von 0-10 Jahren in Hessen (BEP). Das Modul bietet die Möglichkeit die Handlungskompetenz in der Arbeit mit Kindern in den ersten Lebensjahren zu erweitern.

Ziele und Inhalte der BEP-Modulfortbildung

Ausgehend von den besonderen Bedürfnissen von Kindern unter 3 Jahren ist es Ziel dieser Modulfortbildung, dass die Teilnehmenden ihre eigene Haltung sowie ihre bisherige beziehungsweise ihre entstehende Praxis vor dem Hintergrund des BEP reflektieren. Sie erhalten eine Orientierung für ihren pädagogischen Alltag und Qualitätskriterien für die Betreuung von Kindern in den ersten drei Lebensjahren. Grundlage dieser Fortbildung ist das „Bild vom Kind“ und ein Bildungsverständnis, das auf Ko-Konstruktion basiert. Die Themen Bindung, Feinfühligkeit, beziehungsvolle Pflege, Eingewöhnung, Mikrotransitionen, Raumgestaltung und Entwicklungsangemessenheit spielen hier eine besondere Rolle.

Ausgangspunkt ist die jeweils gelebte Praxis vor Ort. Zugleich zieht sich ein roter Faden durch alle Themen der Fortbildung. Hierzu gehören: Die Rolle der Fachkraft, die Grundbedürfnisse der Kinder, die Beobachtung der Kinder und das Dokumentieren der Beobachtungen sowie die Erziehungspartnerschaft mit Eltern und Bezugspersonen.

Besonderheiten in diesem Modul:

Diese Fortbildung richtet sich an pädagogische Fachkräfte und Teams sowie Tagespflegepersonen, die mit Kindern unter drei Jahren arbeiten. Das Modul 12 kann als Team- oder Tandemfortbildung z.B. aus Krippe, Tagespflege und Familienbildungsstätte gebucht werden.

In Absprache mit den Teilnehmenden können - wie in einem Bausteinsystem - unterschiedliche praxisbezogene Themen aufgegriffen und im Seminar vertieft werden.

Jede Stimme zählt – Kinderrechte und Partizipation im pädagogischen Alltag

 

Jedes Kind hat Rechte! Damit diese gewahrt werden, müssen die Erwachsenen – aber auch die KINDER diese Rechte kennen!

Ziele und Inhalte der BEP-Modulfortbildung

Die Fortbildung vermittelt wie Kinderrechte und Partizipation als Grundphilosophie im BEP verankert sind.

unterschiedlichsten Bildungsorten für Kinder von 0 bis 10 Jahren bei der gemeinsamen Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsplans (BEP)begleitet. Es wird aufgezeigt, wie sich die Umsetzung der Kinderrechte als wesentliche Qualitätsmerkmale auf die Bildungseinrichtungen mit dem Blick auf die Qualitätsdimensionen – Struktur-, Prozess- und Orientierungsqualität – auswirken können. Es soll bei den Erwachsenen ein Bewusstsein geschaffen werden, wie wichtig Kinderrechtsbildung im Alltag ist, um auch den Kindern ihre Rechte zu vermitteln – denn nur wer seine Rechte kennt, kann sich dafür einsetzen.

Innerhalb der Fortbildung findet die Auseinandersetzung unter anderem mit diesen Fragen statt:

  • „Welche Bedingungen brauchen Kinder, um in größtmöglicher Selbstständigkeit am Alltag teilhaben zu können?“ (BEP, S.23)
  • „Welche Gelegenheiten brauchen Kinder, um Entscheidungsfähigkeit, Mitgestaltung und Verantwortungsübernahme einüben zu können?“ (BEP, S.23)
  • „Wie können Fachkräfte, Lehrkräfte und Tagespflegepersonen sowie alle am Bildungsprozess Beteiligten Kinder darin begleiten, zu demokratiefähigen und demokratiefreudigen Persönlichkeiten heranzuwachsen?“
  • „Wie können durch die Vermittlung der Kinderrechte/die Kinderrechtsbildung die Basiskompetenzen der Kinder gestärkt werden?“ (BEP, S. 41)
  • „Wie können Erziehende und Lehrende die gesetzlichen Vorgaben entsprechend in den Bildungsorten umsetzen?“
  • „Wie können die pädagogischen Fachkräfte, Lehrkräfte und Tagespflegepersonen die Kinder sowohl bei der Mitgestaltung von Strukturen als auch im täglichen Miteinander angemessen beteiligen?“
  • „Wie gelingt Partizipation auf allen Ebenen (individuell, interaktional, kontextuell)?“
  • Wie kann die eigene Haltung in Bezug auf die Kinderrechte angemessen reflektiert und weiterentwickelt werden?
  • Wie kann Begeisterung für Demokratie auf der Basis von Selbstwirksamkeit geweckt werden?

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen die gesetzlichen und pädagogischen/ bildungsphilosophischen Grundlagen des Themas kennen und es gibt Gelegenheiten, die eigene Haltung zum Thema zu reflektieren, die bisherige Umsetzung der Kinderrechte im Allgemeinen sowie die Umsetzung von Partizipation im Speziellen in den Bildungsorten und im BEP-Tandem in den Blick zu nehmen.

Mit dieser Fortbildung werden die Fach- und Lehrkräfte aus den unterschiedlichen Bildungsorten (Krippe, Kita, Tagespflege, Schule, Hort, Pakt für den Nachmittag) darin unterstützt, das ganzheitliche breite Verständnis von Allgemeinbildung, welches die persönliche Dimension, die interaktionale Dimension, die kulturelle Dimension, die Wissensdimension und die partizipatorische Dimension umfasst, unter dem Aspekt der Kinderrechtsbildung zu beleuchten (BEP, S. 23).

Der Bezug zum BEP wird immer wieder hergestellt - unter anderem unter dem Aspekt: „Kooperation und Beteiligung“ – Hier werden die Beteiligungsebenen erörtert, die Beteiligung der Kinder, aber auch die Beteiligung der Eltern werden analysiert und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft (BEP, S. 107).
Es werden Fragen thematisiert, die sich auf das konkrete Erleben der Kinder beziehen, wie zum Beispiel: Erleben die Kinder ihre Beteiligung als alltäglich und selbstverständlich? Erleben die Kinder, dass sie Einfluss auf ihren Alltag nehmen können? Nutzen die Fachkräfte, Lehrkräfte und Tagespflegepersonen Alltagsdemokratie als Übungsfeld, um insbesondere folgende Kompetenzen zu schulen:

  • emotionale und soziale Kompetenzen (BEP, S. 58)
  • demokratische Kompetenzen und
  • Verantwortungsübernahme? (BEP, S. 106)

Die Teilnehmenden erörtern nach dem Kinderrechtsansatz die unterschiedlichen Eckpunkte von Qualität im Bildungsort.

In Bezug auf Orientierungsqualität bedeutet das:

  • zu reflektieren, inwieweit, sich die Kinderrechte im Konzept/Leitbild des Bildungsortes wiederfinden
  • pädagogische Qualität hat Vorrang vor anderen Gesichtspunkten
  • das Leitbild/Konzept basiert auf den Grundrechten und Grundbedürfnissen der Kinder und richtet sich am Kindeswohl aus
  • Fachkräfte, Lehrkräfte und Tagespflegepersonen verfügen über ein reflektiertes Verständnis der eigenen Rolle gegenüber den Eltern und betrachten die Eltern als Bildungs- und Erziehungspartner (BEP, S. 108)

Es gibt Raum und Gelegenheit das am Wohl des Kindes ausgerichtete pädagogische Handeln zu reflektieren, welches sich an den Grundbedürfnissen und Grundrechten orientiert und für das Kind die jeweils günstigste Handlungsalternative wählt. Ebenso sind die Relevanz des kindlichen Willens und das Spannungsfeld „Rechte und Pflichten“ Themen für die Auseinandersetzung im pädagogischen Alltag.

Besonderheiten in diesem Modul:

Es werden praktische Möglichkeiten der Umsetzung vorgestellt, kennengelernt, selbst erarbeitet und nach einer Praxisphase wird im Follow-Up-Tag evaluiert, was bisher gelungen ist und was es noch weiter zu entwickeln gilt, damit die Umsetzung von Kinderrechten und Partizipation zum Wohle des Kindes gelingt.

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