Modul 3: Inklusion: Inklusion - Vielfalt leben

Vielfalt als erweiterter Inklusionsbegriff im Sinne des BEP umfasst die unterschiedlichsten Aspekte (das Kind im Mittelpunkt, Teilhabe von Anfang an, Partizipation, individuelle Unterschiede, Kinder mit Behinderungen oder besonderem Unterstützungsbedarf, Integration kultureller Vielfalt etc.). Inklusive Praxis benötigt Konzepte. Die BEP-Tandems, die Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegepersonen und Schulen werden auf dem Weg zu einer inklusiven Pädagogik im Sinne des BEP, die die gesellschaftliche Vielfalt umfasst, begleitet.

Vielfalt leben und damit auch gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen sind zentrale Ziele der gesellschaftlichen Entwicklung und wichtiger Bestandteil von inklusiven Konzepten auf der Grundlage des BEP. Viele Kindertageseinrichtungen arbeiten bereits auf der Basis dieses erweiterten Inklusionsbegriffes. Im schulischen Bereich wird differenziert zwischen den Bereichen der Inklusion und der Integration, um dem besonderen Bedarfen der Schülerinnen und Schüler zielgerichtet und differenziert entsprechen zu können. Ziel beider Bereiche ist es, eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen.

  • Die Inklusion ist ein Menschenrecht und bezieht sich im schulischen Sinne auf die gleichberechtigte Teilhabe von Schülerinnen und Schülern mit dem Ziel, sie bestmöglich zu fördern, sie bei der Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen und ihnen dadurch die aktive und gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Um dies zu erreichen, werden verschiedene Begleit- und Unterstützungssysteme zur Verfügung gestellt, durch die erst Inklusion gelingen kann.
  • Die Integration im schulischen Sinn verfolgt das gleiche Ziel mit ebenfalls differenziert ausgerichteten Begleit- und Unterstützungssystemen und umfasst vor allem auch den Bereich der kulturellen Vielfalt, die es in der Gesellschaft abzubilden und gleichberechtigt zu berücksichtigen gilt.

Ziele und Inhalte der BEP-Modulfortbildung

Das Ziel des Moduls ist es, Tandems oder einzelne Teams/Kollegien der verschiedenen Bildungsorte auf dem Weg zu einer inklusiven Pädagogik im erweiterten Sinne gemäß des BEP zu begleiten und sie auf diesem Weg zielgerichtet zu unterstützen.

Ein wertschätzender und ressourcenorientierter Umgang und das Erkennen von Ausgrenzung oder Stigmatisierung ist eine der wichtigsten Grundlagen für eine gelingende Inklusion (und auch für eine gelingende Integration).
Die gelebte Vielfalt umfasst sowohl die Inklusion als auch die Integration. Ein wesentlicher Baustein im inklusiven Unterricht ist die Entwicklung schulischer Förderkonzepte, die an Strukturen und Möglichkeiten einer inklusiven Kinderbetreuung, Kindertagespflege anknüpfen, um einen bestmöglichen Übergang zu ermöglichen. Die inklusive Bildung, Erziehung und Förderung von Kindern erfordert ein Reflektieren der eigenen inklusiven Haltung und den Aufbau und die Weiterentwicklung pädagogischer und erzieherischer Handlungskompetenzen. Im Sinne der Integration geht es in unterrichtlichen Prozessen vor allem auch darum, dass gleichberechtigte Teilhabe, Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit erreicht werden können, was an vielen Stellen einer besonderen Unterstützung und Förderung bedarf, die im System Schule angelegt sind.
Dabei erhält die professionelle Beratung und Begleitung der Eltern einen besonderen Stellenwert. Vor diesem Hintergrund überprüfen die Teilnehmenden ihre pädagogische Praxis und entwickeln sie im Sinn einer inklusiven Pädagogik weiter.

Inhalte:

  • Reflektieren der eigenen Haltung, der eigenen Praxis und der Arbeit im Tandem
  • Wissenserwerb über Begriffe und Rechtsgrundlagen
  • Auseinandersetzung mit der Entwicklung und Sozialisation von Kindern
  • Kennenlernen inklusiver Praxis am Beispiel verschiedener Bildungsorte
  • Interkulturelle Kompetenzen stärken
  • Abbau von Vorurteilen und Stigmatisierung
  • Auseinandersetzung mit und Entwicklung von möglichen Konzepten einer inklusiv arbeitenden Schule, Kindertagesstätte, Einrichtung der Kindertagespflege