Modul 2: Der Schlüssel zur Welt: Sprache – sprachliche Bildung und Förderung, Kreativität, Musik, Kunst und Film

Sprachliche Bildung ist ein Schlüsselprozess im pädagogischen Alltag, der in allen Situationen und Interaktionen und für alle Kinder in allen Bildungsbereichen wichtig ist. Bildungssprachliche Kompetenzen sind für Kinder die wesentliche Voraussetzung zum Lernen und für den Schulerfolg. Sprachliche Bildung hat somit eine herausragende Bedeutung bei der Verbesserung der Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Pädagogische Fach- und Lehrkräfte, Kindertagespflegepersonen und alle an Bildung Beteiligten erwerben in diesem Modul Wissen und Kompetenzen, die es ihnen ermöglichen, sprachliche Bildung als durchgängiges Prinzip im pädagogischen Alltag zu verstehen, in der eigenen Praxis zu verankern und die kindliche Sprach- und Literacyentwicklung auf vielfältige Weise zu unterstützen.

In diesem Modul liegt der Fokus auf alltagsintegrierter sprachlicher Bildung mit dem Ziel der Förderung der sprachlichen Kompetenzen, so dass die Bildungssprache Deutsch aufbauend entwickelt werden kann. Die Stärkung der Bildungssprache Deutsch ist dabei grundlegende Voraussetzung für gelingende Bildungsprozesse.

Kinder verfügen über zahlreiche Möglichkeiten sich mitzuteilen und auszudrücken, Beziehungen herzustellen und sich die Welt zu erschließen – diese Potenziale zu erkennen ist ein zentraler Schlüssel für eine alltagsorientierte, zielgerichtete Bildungsarbeit und für eine sprachsensible Unterrichtsgestaltung.

Sprachbeobachtung eröffnet der Fachkraft, Lehrkraft und allen an der Bildung Beteiligten bedeutsame Einblicke in die Lernprozesse des Kindes, die es aktiv gestaltet und in der sozialen Interaktion entfaltet. In diesem Sinne ermöglicht es die Beobachtung der nonverbalen und verbalen Äußerungen sowie der Interessen des Kindes im Sinne der Ko-Konstruktion (BEP S.21) entwicklungsangemessen zu begleiten. Die Dokumentation der Ergebnisse bildet eine wichtige Grundlage für eine ko-konstruktiv gelebte Erziehungspartnerschaft an den Bildungsorten Krippe und Kindertagespflege, Kindertageseinrichtung, Schule und Hort sowie im Pakt für den Nachmittag.

Alltagsintegrierte sprachliche Bildung ist daher die Basis für einen inklusiven, dialogischen und ko-konstruktiven Ansatz, der sich in einer Kultur der Beteiligung und Mitwirkung von Kindern und Eltern in allen Bildungseinrichtungen wiederfindet (vgl. Konzept des Landes Hessen1). Die Verbindung von sprachlichen mit musischen-künstlerischen und ästhetischen Bildungsprozessen sowie mit digitalen Medien stärkt Kinder in ihren sprachlichen Kompetenzen und erleichtert ihnen den Zugang zur deutschen Sprache und die Teilhabe an ko-konstruktiven Bildungsprozessen.

Die Stärkung und die Förderung von bildungssprachlichen Kompetenzen im Elementar- und Primarbereich ermöglichen Bildungsprozesse und bilden eine Grundlage für den schulischen Erfolg aller Kinder. Ihre Ausbildung bedarf daher der intensiven Fokussierung, Begleitung und Förderung.

Mehrsprachigkeit wird für die sprachliche Bildung und Sprachförderung als Ressource verstanden. Entsprechende Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler werden anerkannt und angemessen genutzt. Die Herkunftssprache(n) als erste Sprache(n) des Kindes sind für die sozial-emotionale und kognitive Entwicklung des Kindes elementar. Individuelle mehrsprachige Erfahrungen und Sprachkompetenzen können im Kontext der sprachlichen Bildung und Sprachförderung vielseitig aufgegriffen werden. Sie bilden wichtige Ansatzpunkte für Maßnahmen zur Deutschförderung in Sprachfördergruppen, in Vorlaufkursen und in Intensivklassen.

Kreativität ist ein besonderer Schlüssel zur Welt: Ästhetische Bildungsprozesse ermöglichen Kindern in ko-konstruktiver Weise neue und phantasievolle Lösungswege für Fragen und Interessen einzuschlagen und ihre Fähigkeit zum Lernen zu erweitern. Die Förderung der Kreativität als Fähigkeit, neue Zusammenhänge zu erschließen, Bestehendes zu verändern und über gegebene Grenzen hinweg zu denken und zu handeln, ist nicht nur ein Ziel für Kinder, sie bietet auch vielfältige Möglichkeiten für pädagogische Fach- und Lehrkräfte, für Tagespflegepersonen und allen an Bildung Beteiligten. Das Modul ermöglicht Erfahrungen mit Techniken zur Kreativitätsförderung und ästhetischen Bildungsprozessen im Kontext der eigenen pädagogischen Praxis.

Musik und Tanz, Kunst und kreatives Gestalten, Film und Kulturelle Bildung sind eigenständige Themenschwerpunkte innerhalb des Moduls. Diese kreativen Ressourcen für Bildungsprozesse von Kindern können an allen Bildungsorten die Kompetenzen und Ausdrucksmöglichkeiten des Kindes stärken. Sie eröffnen vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Herstellung von Konsistenz im Bildungsverlauf der Kinder.

Besonderheiten in diesem Modul

In der Modulfortbildung können individuelle Schwerpunkte zu folgenden Themen gesetzt werden:

  • Alltagsintegrierte sprachliche Bildung im Sinne der BEP Prinzipien
  • Besondere Bedeutung der Förderung und Stärkung des aktiven Wortschatzes
  • Alltagssprache und Bildungssprache
  • Beobachtung und Bedeutung von Beobachtung für den pädagogischen Alltag
  • Förderdiagnostische Methoden / Instrumente
  • Entwicklungspsychologische Grundlagen / individueller Spracherwerb
  • Spracherwerb und Sprachentwicklung
  • Interaktionsqualität als Grundlage sprachlicher Bildung
  • Sprachauffälligkeiten
  • Literacy und Schriftsprachlichkeit
  • Kindern mit Fluchthintergrund – Zugang zum Lernen – Sprache und Kreativität eröffnen
  • Vorstellung des schulischen Gesamtsprachförderkonzepts des Hessischen Kultusministeriums, insbesondere der Vorlaufkurs
  • Kreativität als Ressource kindlicher Bildungsprozesse
  • Musik und Tanz
  • Kunst und kreatives Gestalten
  • Kreative Auseinandersetzung mit Film als Kunst