Modul 13: Jede Stimme zählt – Kinderrechte und Partizipation im pädagogischen Alltag

Jedes Kind hat Rechte! Damit diese gewahrt werden, müssen die Erwachsenen – aber auch die KINDER diese Rechte kennen!

Ziele und Inhalte der BEP-Modulfortbildung

Die Fortbildung vermittelt wie Kinderrechte und Partizipation als Grundphilosophie im BEP verankert sind.

unterschiedlichsten Bildungsorten für Kinder von 0 bis 10 Jahren bei der gemeinsamen Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsplans (BEP)begleitet. Es wird aufgezeigt, wie sich die Umsetzung der Kinderrechte als wesentliche Qualitätsmerkmale auf die Bildungseinrichtungen mit dem Blick auf die Qualitätsdimensionen – Struktur-, Prozess- und Orientierungsqualität – auswirken können. Es soll bei den Erwachsenen ein Bewusstsein geschaffen werden, wie wichtig Kinderrechtsbildung im Alltag ist, um auch den Kindern ihre Rechte zu vermitteln – denn nur wer seine Rechte kennt, kann sich dafür einsetzen.

Innerhalb der Fortbildung findet die Auseinandersetzung unter anderem mit diesen Fragen statt:

  • „Welche Bedingungen brauchen Kinder, um in größtmöglicher Selbstständigkeit am Alltag teilhaben zu können?“ (BEP, S.23)
  • „Welche Gelegenheiten brauchen Kinder, um Entscheidungsfähigkeit, Mitgestaltung und Verantwortungsübernahme einüben zu können?“ (BEP, S.23)
  • „Wie können Fachkräfte, Lehrkräfte und Tagespflegepersonen sowie alle am Bildungsprozess Beteiligten Kinder darin begleiten, zu demokratiefähigen und demokratiefreudigen Persönlichkeiten heranzuwachsen?“
  • „Wie können durch die Vermittlung der Kinderrechte/die Kinderrechtsbildung die Basiskompetenzen der Kinder gestärkt werden?“ (BEP, S. 41)
  • „Wie können Erziehende und Lehrende die gesetzlichen Vorgaben entsprechend in den Bildungsorten umsetzen?“
  • „Wie können die pädagogischen Fachkräfte, Lehrkräfte und Tagespflegepersonen die Kinder sowohl bei der Mitgestaltung von Strukturen als auch im täglichen Miteinander angemessen beteiligen?“
  • „Wie gelingt Partizipation auf allen Ebenen (individuell, interaktional, kontextuell)?“
  • Wie kann die eigene Haltung in Bezug auf die Kinderrechte angemessen reflektiert und weiterentwickelt werden?
  • Wie kann Begeisterung für Demokratie auf der Basis von Selbstwirksamkeit geweckt werden?

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen die gesetzlichen und pädagogischen/ bildungsphilosophischen Grundlagen des Themas kennen und es gibt Gelegenheiten, die eigene Haltung zum Thema zu reflektieren, die bisherige Umsetzung der Kinderrechte im Allgemeinen sowie die Umsetzung von Partizipation im Speziellen in den Bildungsorten und im BEP-Tandem in den Blick zu nehmen.

Mit dieser Fortbildung werden die Fach- und Lehrkräfte aus den unterschiedlichen Bildungsorten (Krippe, Kita, Tagespflege, Schule, Hort, Pakt für den Nachmittag) darin unterstützt, das ganzheitliche breite Verständnis von Allgemeinbildung, welches die persönliche Dimension, die interaktionale Dimension, die kulturelle Dimension, die Wissensdimension und die partizipatorische Dimension umfasst, unter dem Aspekt der Kinderrechtsbildung zu beleuchten (BEP, S. 23).

Der Bezug zum BEP wird immer wieder hergestellt - unter anderem unter dem Aspekt: „Kooperation und Beteiligung“ – Hier werden die Beteiligungsebenen erörtert, die Beteiligung der Kinder, aber auch die Beteiligung der Eltern werden analysiert und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft (BEP, S. 107).
Es werden Fragen thematisiert, die sich auf das konkrete Erleben der Kinder beziehen, wie zum Beispiel: Erleben die Kinder ihre Beteiligung als alltäglich und selbstverständlich? Erleben die Kinder, dass sie Einfluss auf ihren Alltag nehmen können? Nutzen die Fachkräfte, Lehrkräfte und Tagespflegepersonen Alltagsdemokratie als Übungsfeld, um insbesondere folgende Kompetenzen zu schulen:

  • emotionale und soziale Kompetenzen (BEP, S. 58)
  • demokratische Kompetenzen und
  • Verantwortungsübernahme? (BEP, S. 106)

Die Teilnehmenden erörtern nach dem Kinderrechtsansatz die unterschiedlichen Eckpunkte von Qualität im Bildungsort.

In Bezug auf Orientierungsqualität bedeutet das:

  • zu reflektieren, inwieweit, sich die Kinderrechte im Konzept/Leitbild des Bildungsortes wiederfinden
  • pädagogische Qualität hat Vorrang vor anderen Gesichtspunkten
  • das Leitbild/Konzept basiert auf den Grundrechten und Grundbedürfnissen der Kinder und richtet sich am Kindeswohl aus
  • Fachkräfte, Lehrkräfte und Tagespflegepersonen verfügen über ein reflektiertes Verständnis der eigenen Rolle gegenüber den Eltern und betrachten die Eltern als Bildungs- und Erziehungspartner (BEP, S. 108)

Es gibt Raum und Gelegenheit das am Wohl des Kindes ausgerichtete pädagogische Handeln zu reflektieren, welches sich an den Grundbedürfnissen und Grundrechten orientiert und für das Kind die jeweils günstigste Handlungsalternative wählt. Ebenso sind die Relevanz des kindlichen Willens und das Spannungsfeld „Rechte und Pflichten“ Themen für die Auseinandersetzung im pädagogischen Alltag.

Besonderheiten in diesem Modul:

Es werden praktische Möglichkeiten der Umsetzung vorgestellt, kennengelernt, selbst erarbeitet und nach einer Praxisphase wird im Follow-Up-Tag evaluiert, was bisher gelungen ist und was es noch weiter zu entwickeln gilt, damit die Umsetzung von Kinderrechten und Partizipation zum Wohle des Kindes gelingt.